Dienstag, 1. Juli 2008

Brown-nosing

Liebe Arschkriecher,

SHIT! dachte sich wohl auch Franz Vranitzky, als er vom letzten Streich des fliegenden Suizidkommandos, besser bekannt als SPÖ-Spitze, hörte. In einem offenen Brief an KRONE Herausgeber Hans Dichand gaben Gusenbauer und Faymann nun klein bei und schlossen sich der Meinung des wichtigsten Medienfürstens im Land an: ab jetzt sollten alle EU-Verträge per Volksabstimmung von den österreichischen Wählern abgesegnet werden, damit sich der EU-Frust der Österreicher endlich auch offiziell entladen kann. Dieser Nebensatz kommt nicht von der SPÖ Spitze, ist aber der wahre Grund hinter dem Ansinnen Dichands. Der Karikaturist der SALZBURGER NACHRICHTEN, Thomas Wizany hat diesen Kniefall vor Dichand perfekt kommentiert:

Im Englischen nennt man das "Brown-nosing" und jetzt kann sich sicherlich jeder vorstellen, was damit gemeint ist. Vranitzky sieht in dieser Arschkriecherei "vielleicht auch die Erklärung für die Doppelspitze, weil einem allein so ein kapitaler Missgriff gar nicht gelungen wäre". In anderen Worten: so deppert kann einer alleine gar nicht sein.

Gusenbauer hat offensichtlich das Biotop gewechselt: vom Feuchtgebiet Fettnäpfchen ist er nun gleich in den braunen Mediensumpf abgetaucht. Die SPÖ hat es aber auch wirklich schwer: als stimmenstärkste Partei im Land, die noch dazu den Bundeskanzler stellt, lässt sich halt nur schwer ein politisches Ziel umsetzen. Die bösen Schwarzen sind viel zu raffiniert, um sich über den Tisch ziehen zu lassen. Ganz im Gegenteil: die ÖVP zieht seit Regierungsbildung regelmäßig die SPÖ über den Tisch. Da wird halt auch ein Phlegmatiker wie Gusenbauer einmal lebensmüde. Jetzt sprengt sich also die SPÖ Spitze selbst in die Luft und die anderen Parteien können dieser Selbstdemontage mit einem genüsslichen Grinsen im Gesicht zusehen. Selbst Strache, diese hohle Witzfigur, wirkt neben Gusenbauer lebendig und engagiert.

Die Panik in der SPÖ lässt sich ja nur so erklären, dass bei Neuwahlen zu viele KRONE Leser von der SPÖ zur FPÖ wechseln, weil sich diese beiden Parteien eine überraschend große Wählerschicht teilen: eben jene Menschen, die sich von Dichand angesprochen fühlen. Ohne Inhalte und kompetente Politiker bleibt der SPÖ auch wirklich nur mehr die großangelegte, sinnentleerte Medienkampagne. Mit so einer beschissenen Strategie ist die Partei nun endgültig am Arsch.

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1 Comments:

At 14. Juli 2008 um 15:58, Blogger Christian Genzel said...

Ich bin ja eigentlich froh, daß ich in Österreich nicht wählen darf. Ich wüßte nämlich gar nicht, wen ich da ruhigen Gewissens ankreuzen sollte. Und ich glaube auch, Politiker mögen das gar nicht, wenn man sie ankreuzt, das tut nämlich weh auf der Haut.

 

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